Vermietet und verkauft

14. Juni 2011

Die Mieten in Berlin steigen weiter. Das zeigt deutlich der aktuelle Mietspiegel, den der Senat vor wenigen Tagen veröffentlicht hat. Über die Entwicklung im Graefekiez hat die SPD Südstern am Dienstagabend mit Martin Breger von der Mieten AG diskutiert.

Am Planufer
Am Planufer

„Es gibt nicht mehr den typischen Hauseigentümer im Graefekiez“, ist Breger überzeugt. Die Mieten AG beschäftigt sich seit 2009 mit den Mietentwicklungen zwischen Kottbusser Damm und Hasenheide. Und Breger hat einen Trend ausgemacht: „Bei Neuvermietungen werden die Mieten grundsätzlich heraufgesetzt.“ Egal, ob am Haus etwas saniert wurde oder wie lange der Mieter dort gewohnt hat.

Später folge oft die Umwandlung in Eigentumswohnungen, die entweder den Mietern selbst zum Kauf angeboten oder von ausländischen Fondgesellschaften übernommen würden. Und es gibt ein drittes Problem: „Ferienwohnungen rauben uns gerade bei den Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen den Wohnraum.“

Rekommunalisierung als Ziel

Um diese Entwicklung aufzuhalten und etwas gegen die Verdrängung von Altmietern zu tun, fordern Breger und die Mieten AG einen „Umwandlungsstopp, solange kein neuer Wohnraum im Kiez geschaffen wird“. Langfristig müsse privater Wohnraum rekommunalisiert und als Steuerungsinstrument eingesetzt werden.

Bei der SPD Südstern stießen die Forderungen auf breite Zustimmung. „Aus unserer Sicht sind die steigenden Mieten und die damit einhergehende Verdrängung ein riesiges Problem für den Graefekiez, aber auch für ganz Kreuzberg“, sagt die Abteilungsvorsitzende Anja Möbus. Sie will sich auf politischer Ebene weiter dafür einsetzen, dass die Mieten nicht noch weiter steigen und die „Kreuzberger Mischung“ bei den Mietern erhalten bleibt. „Da gibt es noch eine Menge zu tun.“