Hilfe für die Helfer
27. April 2011
Am Dienstag hat die SPD Südstern die Werner-Düttmann-Siedlung besucht. Von Quartiersmanagerin Angelika Greis ließen sich die Kreuzberger Sozialdemokraten die Probleme vor Ort erklären.
Die Werner-Düttmann-Siedlung ist eine Welt für sich. Schon in ihrer Lage zwischen Urbanstraße und Hasenheide auf der einen und Graefe- sowie Jahnstraße auf der anderen Seite grenzen sich die hohen Mehrfamilienhäuser vom Rest des Graefekiezes ab. 45 Prozent der Bewohner besitzen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. 78 Prozent haben einen Migrationshintergrund. 60 Prozent beziehen so genannte Transferleistungen.
Die Arbeit des Quartiersmanagements ist unter diesen Umständen nicht leicht. Seit 2005 haben Quartiersmanagerin Angelika Greis und ihre Mitarbeiter ein Büro in der Anfang der 80er Jahre im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entstandenen Siedlung. Bezahlt wird ihre Arbeit durch das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. Doch das läuft auf Betreiben der schwarz-gelben Bundesregierung 2013 aus. „Wir sind nun auf der Suche nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten“, sagt Angelika Greis.
Hausaufgabenhilfe und Lernpaten
Das fehlende Geld ist das drängendste Problem mit dem die Menschen in der Werner-Düttmann-Siedlung zu kämpfen haben – aber bei weitem nicht das einzige. „Es ist katastrophal, wie vielen Kindern schon in der Schule das Leben verbaut wird“, empört sich Angelika Greis. In der Werner-Düttmann-Siedlung bekommt sie dies tagtäglich zu spüren. Ungefähr ein Drittel der rund 2700 Bewohner sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.
Das Quartiersmanagement hält dagegen so gut es geht, mit Hausaufgabenhilfe, Sportangeboten und Lernpaten. Die ehrenamtlichen Helfer sollen auch mithilfe der neu ausgegebenen Bildungsgutscheine der Bundesregierung finanziert werden. Auch zwischen Lehrern, Schülern und Eltern vermitteln Angelika Greis und ihre Kollegen. „Wir versuchen, die Probleme in der Schule zu lösen.“
Unterstützung von der SPD
Ein neues Problem tauchte Anfang des Jahres auf. Im Januar wurden die Mieten in der Werner-Düttmann-Siedlung erhöht. Der Träger, ein Immobilienfonds, hat viele Wohnungen sanieren lassen und an neue Mieter vergeben. Seither droht auch in der Siedlung eine „Gentrifizierung“ und Verdrängung der angestammten Mieter.
„Wir werden prüfen, wie wir den Bewohnerinnen und Bewohnern helfen können“, verspricht Ersin Eker, Schriftführer der SPD Südstern. Der 25-Jährirge ist selbst in der Werner-Düttmann-Siedlung aufgewachsen. Die Kreuzberger Sozialdemokraten werden weiter mit dem Quartiersmanagement in Kontakt bleiben und Möglichkeiten entwickeln, wie die Menschen in der Siedlung unterstützt werden können.